|
Unsere Bühnenliteratur
ist nicht reich an Lustspielen, die so geladen sind mit sprühendem Witz
und umwerfender Situationskomik wie diese "Flitterwochen", und
mancher Spielleiter, dem es bei bloßer Lektüre des Textes das Wasser in
die Augen treibt, wird sich besorgt fragen, ob sein Publikum noch bei
Puste sein mag, wenn sich hinter diesen turbulenten drei Aufzügen der
Vorhang gesenkt haben wird. Im Mittelpunkt der heiteren Story steht Doktor
Erich Stiebel, ein sympathischer, aber etwas verrückter Philosoph, der -
damit eine simple Notlüge nicht zum Platzen kommt - Mama Senden gegenüber
den frischgebackenen Ehemann von deren Tochter Sabine mimen muß und der
es mit dieser Rolle für den Geschmack seiner Freundin Ulla und auch für
den von Sabine zu genau nimmt. Und so kommt es wie es kommen muß: unser
Held bezieht Ohrfeigen nicht nur von Sabine und Ulla, sondern auch von der
düpierten Mama Senden. Das unverhoffte Erscheinen von Sabines echtem
Ehemann treibt die allgemeine Verwirrung zum Vergnügen des
wohlinformierten Publikums auf den Höhepunkt, gleichzeitig werden damit
aber auch alle Verwicklungen sozusagen wie ein gordischer Knoten
auseinandergehauen, so daß dem Happy-End mit der Verlobung zwischen
Doktor Stiebel und Ulla nichts mehr im Wege steht.
|
|
|