|
Der
junge, in Paris aufgewachsene Callimaco kommt nach Italien, weil er von
der Schönheit der Florentinerin Lucrezia gehört hat. Die mit dem ältlichen,
reichen Bürger Nicia verheiratete Lucrezia ist jedoch nicht nur ungewöhnlich
schön, sondern auch tugendhaft und daher unnahbar. So muß Callimaco bei
der Eroberung seiner Angebeten zu einer List greifen. Mit Hilfe von Nicias
Tischgenossen, dem Schmarotzer Ligurio, und seinem Diener Siro gelingt es
ihm, bei Nicia als erfahrener Arzt aufzutreten und sich sein Vertrauen zu
erschleichen.
So wird dem Einfaltspinsel Nicia, dessen Impotenz die Ursache für die
Kinderlosigkeit der Ehe ist, eine unfehlbare Kur gegen die vermeintliche
Sterilität seiner Frau eingeredet: Lucrezia soll ein Gebräu aus einer
Alraune zu sich nehmen, das allerdings einen Haken hat - es tötet den
ersten Beischläfer der Frau nach der Einnahme. Um dem Ehemann dieses
bittere Los zu ersparen, bleibt nur ein Ausweg: Man müsse des Nachts
einen beliebigen Fremden auf der Straße aufgreifen und zu Lucrezia ins
Bett legen; danach würde für den Ehemann keine Gefahr mehr bestehen. Der
leichtgläubige Nicia ist mit allem einverstanden, fürchtet aber den
Widerstand seiner Frau gegen diesen Plan. Mutter und Beichtvater der
jungen Frau werden eingesetzt, um die Widerstrebende umzustimmen.
Wie zuvor ausgeheckt, fällt natürlich der verkleidete Callimaco den Männern
als Todeskandidat in die Hände, der sogleich von dem arglosen Nicia in
Lucrezias Bett verfrachtet wird. Nach dieser Nacht übergibt der nun
sorgenfreie Nicia dem Wunderarzt als Zeichen seiner Dankbarkeit den
Hausschlüssel, um ihn als Freund der Familie dort immer willkommen zu heißen.
|